Im Dialog mit Philipp Behnke
Neuer Koordinator im Mobilnetzwerk
Philipp Behnke verstärkt das Mobilnetzwerk der Region Hannover seit 2026 als neuer Projektkoordinator. Er hat sich in seinem Studium der Politikwissenschaft mit dem politischen Lernen von Kommunen in der Verkehrspolitik beschäftigt. Auch aus seiner Arbeit beim VCD und in einer Fahrradselbsthilfewerkstatt bringt er Motivation für die Arbeit im Mobilnetzwerk der Region Hannover mit.
Im Gespräch wird deutlich: Für Philipp ist Mobilitätswende weniger ein Informations- als ein Erfahrungsprojekt. Es geht nicht darum, Menschen etwas „beizubringen“, sondern ihnen Räume zu eröffnen, in denen Lernen, Perspektivwechsel und Motivation möglich werden.
Philipp, du hast dich mit politischem Lernen beschäftigt. Was hat dieses Feld mit Mobilitätswende zu tun?
Sehr viel. Gerade im Bereich der nachhaltigen Stadt- und Verkehrsplanung gibt es einen starken Austausch zwischen den Städten und Gemeinden, weil oft ähnliche Probleme vorliegen. In einigen Städten wurde vorgemacht, wie diese Probleme überwunden werden können. Diese Städte und ihre Lösungen dienen dann als Vorbilder, Ideen werden übernommen, Erfahrungen werden weitergegeben.
Was braucht es deiner Meinung nach dafür, dass Städte und Gemeinden voneinander lernen können?
Dafür braucht es guten Austausch und dass Maßnahmen nicht abstrakt bleiben. Wichtig ist, dass man sie vor Ort sehen kann, dass Menschen die Möglichkeit haben, eine Stadt zu besuchen und zu erleben, wie Mobilität dort funktioniert. Viele Programme im Mobilnetzwerk sind genau so angelegt – und das halte ich für einen großen Mehrwert.
Wie würdest du deine Rolle im Mobilnetzwerk beschreiben?
Zunächst arbeite ich daran, das Mobilnetzwerk in Richtung Nahmobilitätskonzepte und Radverkehr weiter zu stärken. Der Anspruch dahinter ist: Ich möchte gemeinsam mit den Kommunen, den Netzwerkpartner*innen und den Menschen vor Ort Lösungen für die Stärkung des Umweltverbunds ausarbeiten. Mobilität soll dadurch für alle sicherer und zugänglicher werden.
Was motiviert dich persönlich an dieser Arbeit?
Für mich geht es dabei viel um eine gerechte und sinnvolle Nutzung von öffentlichen Flächen. Straßenraum und öffentliche Flächen sollten in allen Jahreszeiten angenehme Orte sein, an denen man sich gesund und sicher bewegen kann oder aufhalten möchte. Dafür brauchen wir viele Grünflächen, Sitzgelegenheiten und viel mehr gut ausgebaute Fuß- und Radwege. Eine Stärkung des Fuß- und Radverkehrs, des ÖPNV und der Aufenthaltsqualität auf öffentlichen Flächen hat für mich auch viel mit Gerechtigkeit und Teilhabe zu tun. Das sind die Mobilitätsformen, die individuell am günstigsten sind und für alle zugänglich sein sollten. Und das sind auch die Mobilitätsformen, die für uns als Gesellschaft am günstigsten sind.
Ist Mobilitätswende aus deiner Sicht realistisch – oder noch Zukunftsmusik?
Sie ist jetzt schon möglich. Die Ressourcen sind da: Geld, Technik, Wissen. Was oft fehlt ist ein bisschen Mut bei politischen Entscheidungen, die Ressourcen für die Mobilitätswende einzusetzen und den knappen öffentlichen Raum konsequent dafür zu verwenden. Mein Anspruch ist es, dazu beizutragen, dass Mobilitätswende nicht als Verzicht erlebt wird, sondern als Einladung, Dinge anders – und vielleicht besser – zu machen.
Ich glaube, dass das Mobilnetzwerk genau hier unterstützen kann und freue mich auf die Arbeit.